Quelle

Quelle

Warum du nie von der Quelle getrennt warst,
auch wenn es sich manchmal so anfühlt

Die Quelle ist der Ursprung, aus dem alles Leben kommt – und in den alles wieder zurückkehrt.

Manche Menschen nennen sie Gott. Andere sagen das Universum, die göttliche Energie, das große Feld. Über das Wort streite ich mich nicht. Gemeint ist immer dasselbe: etwas, das älter ist als wir, größer als wir, und aus dem wir kommen.

In der Quelle gibt es keinen Mangel, keine Trennung und kein Urteil. Kein Verdienst, keine Bedingung, keine Prüfung, die man erst bestehen müsste. Das ist für viele der schwierigste Teil daran, weil wir das aus dem Leben so nicht kennen.

Und du bist dort kein Besucher. Du bist ein Ausdruck davon – ein einzelner, unverwechselbarer Ausdruck einer einzigen großen Bewegung.

Warum fühle ich mich dann so oft getrennt?

Weil Getrenntheit zur Erfahrung dieses Lebens gehört – sie ist eine Wahrnehmung, kein Zustand.

Und dann kommen die Fragen. Warum spüre ich nichts, wenn ich mich hinsetze? Warum erzählen andere von großen Erlebnissen und bei mir bleibt es still? Bin ich zu wenig spirituell? Habe ich etwas falsch gemacht? Oder ist das alles nur eine schöne Idee für Menschen, die es leichter haben als ich?

Verständlich. Genau an dieser Stelle geben viele auf, und ich verstehe jede und jeden davon.

Die Verbindung ist trotzdem nicht abgerissen. Sie ist überlagert. Wie eine Stimme in einem sehr lauten Raum: Sie spricht die ganze Zeit, sie geht nur unter. Wir müssen sie nicht herstellen. Wir müssen leiser werden.

Ist die Quelle dasselbe wie Gott?

Für viele Menschen ja – der Unterschied liegt im Wort, nicht in der Erfahrung.

Wer mit einem strengen Gottesbild aufgewachsen ist, hat oft ein schweres Wort im Gepäck: eines, das mit Schuld verbunden ist, mit Angst, mit einer Instanz, die zusieht und bewertet.

Das Wort Quelle hat den Vorteil, dass es nichts davon mitbringt. Es fordert nichts und verlangt kein Bekenntnis. Eine Quelle ist einfach da, und man kann daraus trinken oder eben nicht.

Wenn dir dein eigenes Wort lieber ist, nimm dein Wort. An der Sache ändert das nichts.

Woran merke ich, dass ich verbunden bin?

Meist an einem Nachlassen: weniger Druck, weniger Eile, und eine überraschende Klarheit über den nächsten Schritt.

Es ist selten spektakulär. Kein Licht, kein Blitz, keine Stimme von oben. Eher so: Eine Entscheidung, um die du seit Wochen kreist, ist auf einmal einfach entschieden. Du weißt, was zu tun ist, und du weißt nicht, woher.

Und du kennst diese Momente längst. Im Wald, wenn nichts weiter passiert. Am Meer. Bei einem Musikstück, das dich ohne Grund zum Weinen bringt. Bei einem Kind, das dich ansieht. Da war die Verbindung weit offen, und niemand hat es spirituell genannt.

Das ist der eigentliche Punkt: Du hast das schon erlebt. Du hast es nur nicht so genannt.

Klares Wasser tritt über dunkles, moosbewachsenes Gestein, auf der Oberfläche brechen sich warme Goldlichter – ein Bild für die Quelle, die einfach da ist und nicht aufhört zu fließen, aus der Bewusstseinsarbeit von Andrea Schmucker
Gedanke dahinter: Die Quelle ist nichts Fernes. Aus der Nähe ist sie einfach da, unspektakulär, und hört nicht auf zu fließen.

Wie stelle ich die Verbindung bewusst her?

Mit ein paar Minuten Stille am Tag – mehr braucht es am Anfang wirklich nicht.

Setz dich hin, ohne Ziel. Leg eine Hand auf dein Herz. Atme ein paarmal ruhig aus. Und dann sag nicht: Bist du da? Sondern sag, wie es dir gerade geht. Genau so, wie du es einem Menschen sagen würdest, dem du vertraust.

Was nicht hilft, ist Anstrengung. Und was am wenigsten hilft, ist die Kontrolle: nach zwei Minuten nachzusehen, ob es schon gewirkt hat. Damit ist die Stille beendet, bevor sie anfangen konnte.

Es geht nicht um eine Technik. Es geht um Aufmerksamkeit. Und die kostet nichts.

Was hat die Quelle mit meinem Alltag zu tun?

Sie antwortet auf das, was du aussendest – nicht auf das, was du dir wünschst.

Deine Gedanken, deine Gefühle, deine Überzeugungen bilden ein Feld, und dieses Feld findet seinesgleichen. Wer das genauer verstehen will, findet es unter Resonanzfeld beschrieben.

Die Quelle wertet dabei nicht. Sie belohnt nicht und sie bestraft nicht. Sie antwortet.

Und damit das nicht falsch ankommt: Das heißt nicht, dass jeder schwere Moment im Leben selbst gemacht ist. Es gibt Verluste, Krankheiten und Ungerechtigkeiten, die niemand angezogen hat. Was in unserer Hand liegt, ist der Ort, an dem wir danach stehen.

Was mir dabei geholfen hat

Mir hat geholfen, mit dem Suchen aufzuhören.

Ich habe lange draußen gesucht. Bücher, Kurse, Menschen, die es angeblich schon konnten. Ich wollte einen Weg, einen Ablauf, eine Anleitung – irgendetwas, das man richtig oder falsch machen kann.

Der Moment, in dem sich etwas drehte, war unspektakulär. Ich habe aufgehört zu fragen und angefangen zuzuhören. Nicht besser, nicht länger, nicht frommer. Einfach still.

Je weniger ich gesucht habe, umso näher war es. Je weniger ich gesucht habe, umso öfter wusste ich einfach, was dran ist.

Und wenn du an einer Frage feststeckst, die sich nicht von allein klärt, ist eine Akasha Chronik Lesung ein Weg, an die Antworten deiner Seele heranzukommen.

Setz dich heute zwei Minuten hin. Sag nichts, wünsch dir nichts, prüf nichts nach. Und sieh, was da ist, wenn du nichts machst.

Gedanke hinter dem Kopfbild: Der Ursprung ist ein Ort, an dem etwas heraustritt – und was heraustritt, trägt Licht.

Häufige Fragen zur Quelle

Ist die Quelle dasselbe wie Gott?

Für viele Menschen ja. Die Quelle meint denselben Ursprung, den Religionen Gott nennen – nur ohne ein bestimmtes Bild und ohne Bekenntnis. Wem das Wort Gott näher ist, der darf es selbstverständlich verwenden.

Kann die Verbindung zur Quelle abreißen?

Nein. Sie kann sich verdecken lassen, durch Sorgen, Lärm, Erschöpfung oder Schmerz. Abreißen kann sie nicht, weil du nicht getrennt von ihr existierst.

Muss ich meditieren, um mich mit der Quelle zu verbinden?

Nein. Stille reicht, und Stille kann alles sein: ein Spaziergang ohne Kopfhörer, ein paar ruhige Atemzüge im Auto, die Hand auf dem Herzen vor dem Einschlafen. Zwei bis fünf Minuten am Tag sind ein guter Anfang.

Woran merke ich, ob ich mir die Verbindung nur einbilde?

An dem, was danach kommt. Was aus der Quelle kommt, macht ruhig, klar und freundlich – auch wenn die Antwort unbequem ist. Was Druck erzeugt, dich klein macht oder dich hetzt, kommt aus der Angst.

Andrea Schmucker
Geschrieben von Andrea SchmuckerAkasha Chronik Lehrerin und Bewusstseinsheilerin