Schöpferkraft

Schöpferkraft

Warum deine Schöpferkraft längst wirkt,
auch wenn du sie gerade nicht bemerkst

Schöpferkraft ist die Fähigkeit, dein Leben mitzugestalten – und sie ist immer eingeschaltet.

Jeder Gedanke, jedes Wort, jedes Gefühl und jede Handlung ist ein Auftrag. Nicht im Sinne einer Bestellung, die pünktlich geliefert wird, sondern im Sinne einer Richtung: Da geht es lang, davon bitte mehr.

Die Frage ist deshalb nie, ob du erschaffst. Die Frage ist, was.

Und das ist der ganze Unterschied zwischen einem Leben, das einem zustößt, und einem Leben, das man führt.

Warum erschaffe ich dann so oft das, was ich gar nicht will?

Weil das meiste, was du aussendest, nicht aus deinen Wünschen kommt, sondern aus alten Überzeugungen.

Du wünschst dir Fülle, und innen sitzt der Satz: Für mich ist nie genug da. Du wünschst dir Nähe, und innen sitzt: Am Ende gehen sie sowieso. Der Wunsch ist neu, der Satz ist alt – und der alte Satz ist lauter, weil er seit Jahrzehnten mitläuft.

Diese Sätze heißen Glaubenssätze, und das Tückische an ihnen ist, dass sie sich nicht wie Meinungen anfühlen, sondern wie Tatsachen.

Dazu kommen die Prägungen aus dem Familiensystem und die karmischen Erfahrungen aus früheren Leben. Wir kommen mit Gepäck in diese Inkarnation, das wir uns nicht bewusst eingepackt haben.

Heißt das, ich bin an allem selbst schuld?

Nein. Schöpferkraft ist keine Schuldfrage, sondern eine Gestaltungsfrage.

Es gibt Dinge, die geschehen einfach. Ein Unfall, eine Diagnose, ein Mensch, der geht. Wer dabei anfängt zu suchen, was er falsch gedacht hat, quält sich – und kommt keinen Schritt weiter.

Schuld schaut zurück und sucht einen Verursacher. Schöpferkraft schaut nach vorn und fragt: Was mache ich jetzt damit? Nur die zweite Frage führt irgendwohin.

Wenn dich dieser Unterschied gerade beschäftigt, findest du ihn ausführlicher auf der Seite zur Opferrolle beschrieben.

Woran erkenne ich, was ich gerade erschaffe?

An dem, was in deinem Leben wiederkehrt – nicht an dem, was du dir vornimmst.

Achte einmal auf die Wiederholungen. Immer wieder dieselbe Art von Vorgesetzten. Immer wieder derselbe Streit mit anderen Menschen. Immer wieder dasselbe Gefühl am Sonntagabend.

Wiederholungen sind keine Pechsträhne. Sie sind ein Hinweis darauf, welche Energie in dir noch am Werk ist.

Ein zweiter Hinweis sind deine eigenen Sätze. Hör dir eine Woche lang zu, wie du über dein Leben sprichst. Wie oft sagst du „ich muss“? Wie oft sagst du „typisch“? Wie oft erzählst du eine Geschichte, in der du selbst nichts entscheidest?

Ein einzelner Fingerabdruck in feuchtem Ton, im streifenden Licht werfen die feinen Rillen Schatten – ein Bild dafür, dass jeder Gedanke einen Abdruck hinterlässt, aus der Bewusstseinsarbeit von Andrea Schmucker
Gedanke dahinter: Jeder Gedanke hinterlässt einen Abdruck – ob wir hinsehen oder nicht.

Wie nutze ich meine Schöpferkraft bewusst?

In drei Schritten: bemerken, benennen, neu entscheiden.

Bemerken heißt hinsehen, ohne sofort etwas zu ändern. Eine Woche lang nur mitschreiben, welcher Satz immer wiederkommt. Mehr nicht. Das allein verändert schon etwas, weil ein Satz, den man aufgeschrieben hat, seine Selbstverständlichkeit verliert.

Benennen heißt, ihm seinen Namen zu geben: Das ist nicht die Wirklichkeit, das ist eine Überzeugung. Und Überzeugungen sind veränderbar.

Neu entscheiden heißt nicht, sich das Gegenteil einzureden. Es heißt, einen Satz zu finden, den du wirklich glauben kannst. Nicht „Geld fließt mir mühelos zu“, wenn du das nicht abnimmst, sondern eher: „Ich sehe zu, dass ich anfange.“

Wenn ein Muster sehr alt ist und sich mit Vorsätzen nicht bewegen lässt, liegen darunter meist Prägungen, an die der Verstand nicht herankommt. Genau dort setzt meine Arbeit mit dem Bewusstsein an.

Wo stößt Schöpferkraft an ihre Grenzen?

Bei allem, was du nicht bestimmen kannst – dort heißt Schöpferkraft, den Umgang zu gestalten und nicht die Tatsache.

Du kannst keinen anderen Menschen erschaffen. Du kannst nicht rückgängig machen, was geschehen ist. Und du kannst nicht bestimmen, wie andere sich entscheiden.

Was du gestalten kannst, ist erstaunlich viel: wie du darüber sprichst, was du dir zumutest, wen du fragst, wann du aufhörst, wo du deine Aufmerksamkeit hinlegst.

Das klingt kleiner, als es ist. In der Summe entscheidet genau das über ein Leben.

Was mir dabei geholfen hat

Mir hat geholfen, auf meine eigenen Sätze zu hören.

Ich habe lange gedacht, es reiche, sich etwas fest genug vorzustellen. Ich habe mir Bilder gemalt, ich habe Listen geschrieben, und dann habe ich mich gewundert, dass sich nichts bewegte.

Bewegt hat sich erst etwas, als ich gemerkt habe, wie ich rede, wenn niemand zuhört. Da lief ein ganz anderes Programm als auf meinen Listen.

Je öfter ich einen dieser Sätze bemerkt habe, umso weniger Macht hatte er. Je öfter ich bemerkt habe, umso mehr wurde ich zur Gestalterin statt zur Zuschauerin.

Und dann ist da diese leise innere Stimme, die sagt: „Du darfst neu entscheiden. Jetzt.“

Achte heute auf einen einzigen Satz, den du über dich selbst sagst. Nur bemerken. Noch nichts ändern.

Gedanke hinter dem Kopfbild: Erschaffen ist eine Tätigkeit, keine Stimmung – Hände am Ton sagen das ohne ein einziges Wort.

Häufige Fragen zur Schöpferkraft

Ist Schöpferkraft dasselbe wie positives Denken?

Nein. Positives Denken legt einen schönen Satz über ein altes Gefühl, und das Gefühl bleibt darunter unverändert. Schöpferkraft setzt eine Ebene tiefer an: bei den Überzeugungen, aus denen das Gefühl überhaupt entsteht.

Kann ich mit meiner Schöpferkraft alles erreichen?

Nein, und jede Aussage in diese Richtung wäre unredlich. Du kannst nicht über andere Menschen bestimmen und nicht über alles, was geschieht. Du gestaltest deinen Anteil – und der ist größer, als die meisten glauben.

Warum dauert es so lange, bis sich etwas verändert?

Weil ein Muster, das dreißig Jahre alt ist, nicht in drei Tagen geht. Meist zeigt sich die erste Veränderung nicht im Außen, sondern daran, dass du in einer bekannten Situation anders reagierst als sonst.

Wie fange ich an, wenn ich gar nicht weiß, was ich will?

Dann fang bei dem an, was du nicht mehr willst. Das weiß fast jeder sofort. Aus drei klaren Nein entsteht mit der Zeit ein erstes Ja.

Andrea Schmucker
Geschrieben von Andrea SchmuckerAkasha Chronik Lehrerin und Bewusstseinsheilerin