Selbstermächtigung

Selbstermächtigung

Warum Selbstermächtigung keine Kraftanstrengung ist,
sondern eine Entscheidung

Selbstermächtigung heißt, die Verantwortung für dein Leben zurückzunehmen – und sie niemandem sonst zu überlassen. Nicht dem Partner, nicht den Eltern, nicht dem Chef, nicht den Umständen und auch nicht dem Schicksal.

Das klingt nach Kraftakt und ist keiner. Selbstermächtigung ist kein Muskel, den man aufbaut, sondern eine Entscheidung, die man trifft – und dann noch einmal, und dann wieder.

Wer in seiner Selbstermächtigung steht, wartet nicht mehr darauf, dass sich draußen etwas ändert, damit es drinnen besser wird.

Wodurch geht Selbstermächtigung verloren?

Durch Erfahrungen, in denen Selbstbestimmung gefährlich war – oft lange vor diesem Leben.

Da sind die Prägungen aus früheren Leben: Ohnmacht, Willkür von höheren Instanzen, alte Eide, Schwüre und Gelübde, in denen jemand seine Macht abgegeben hat, meist unter Druck und meist im Glauben, es sei richtig so. Wie solche Erfahrungen über Leben hinweg weiterwirken, steht auf der Seite zu Karma.

Da sind die vererbten energetischen Informationen aus dem Familiensystem. Wenn über Generationen gilt, dass man den Kopf unten hält, dann liegt das im Gepäck, bevor jemand ein einziges Wort gesagt hat.

Und da ist diese eine Kindheit, in der Widerspruch teuer war. Wer früh gelernt hat, dass ein Nein Ärger bringt, sagt es später auch dann nicht, wenn ihm niemand mehr etwas tut. Solche Sätze heißen Glaubenssätze – und sie fühlen sich nicht wie Meinungen an, sondern wie Tatsachen.

Ist Selbstermächtigung dasselbe wie alles allein machen?

Nein. Sich Hilfe zu holen ist eine der klarsten Formen von Selbstermächtigung.

Das wird oft verwechselt. Selbstermächtigt ist nicht, wer niemanden braucht, sondern wer entscheidet, wen er braucht.

Der Unterschied liegt in der Richtung. Ich gebe die Macht ab, wenn ich hoffe, dass jemand mich rettet. Ich bin in meiner Kraft, wenn ich mir jemanden dazuhole, weil ich es so für richtig halte.

Der Satz „Ich schaffe das schon allein“ ist erstaunlich oft kein Zeichen von Stärke, sondern von altem Misstrauen.

Eine Hand liegt ruhig auf der Ruderpinne eines kleinen Bootes im Morgenlicht – ein Bild für Selbstermächtigung in der Bewusstseinsarbeit von Andrea Schmucker

Wie hole ich mir meine Macht zurück?

Mit einer einzigen kleinen Entscheidung am Tag, die wirklich deine ist.

Nicht mit dem großen Gespräch, das seit Jahren aussteht. Nicht mit der Kündigung. Sondern mit etwas, das heute stattfindet: ob du zurückrufst, wann du Feierabend machst, was auf deinen Teller kommt, ob du eine Einladung annimmst.

Der zweite Schritt sind die Wörter. Hör dir zu, wie oft du „ich kann nicht“ sagst, wo eigentlich „ich will nicht“ gemeint ist. Das ist keine Wortklauberei. Das eine macht dich zum Zuschauer, das andere zum Handelnden.

Der dritte Schritt ist ein Nein ohne angehängte Begründung. Ein einziges genügt für den Anfang. Du wirst merken, wie viel Erklärung wir sonst mitliefern, damit uns niemand böse ist.

Wenn sich unter alldem etwas nicht bewegt, obwohl du es längst verstanden hast, liegen darunter meist alte energetische Informationen, an die der Verstand nicht herankommt. Genau dafür gibt es die Bewusstseinsbereinigung: Alte Eide, Schwüre und Gelübde lassen sich auflösen.

Was hat Selbstermächtigung mit der Opferrolle zu tun?

Sie sind zwei Seiten derselben Tür.

Solange die anderen schuld sind, muss sich niemand bewegen – und genau so lange bleibt die eigene Macht draußen liegen. Wie sich das anfühlt und woran man es bei sich selbst bemerkt, steht auf der Seite zur Opferrolle.

Der Ausstieg ist derselbe Schritt, nur von der anderen Seite gesehen. Und er hat nichts mit Selbstvorwurf zu tun.

Schuld schaut zurück. Selbstermächtigung schaut nach vorn.

Was ist mit Situationen, in denen ich wirklich nichts entscheiden kann?

Auch dort bleibt eine Entscheidung: wie du dazu stehst.

Es gibt Lebenslagen, in denen der Handlungsspielraum sehr klein ist. Krankheit. Pflege. Ein Mensch, der geht. Ein Gericht, das entscheidet.

Und damit das nicht missverstanden wird: Das ist kein Trostpflaster für Unrecht. Wem Gewalt geschieht, der braucht Schutz und keine Haltungsübung.

Aber selbst in engen Verhältnissen bleibt etwas übrig, das nur dir gehört: worauf du deine Aufmerksamkeit legst, wen du fragst, was du zulässt und wann du dir Ruhe nimmst. Das ist wenig. Und es ist nicht nichts.

Was mir dabei geholfen hat

Mir hat geholfen zu merken, wie oft ich um Erlaubnis gefragt habe, ohne dass jemand danach verlangt hätte.

Ich habe erklärt, wenn niemand eine Erklärung wollte. Ich habe mich gerechtfertigt, wenn mich keiner beschuldigt hatte. Und ich habe gewartet, dass jemand sagt, es sei in Ordnung so.

Der Moment, in dem sich etwas drehte, war klein: Ich habe eine Einladung abgesagt und keinen Grund genannt. Ich habe eine halbe Stunde lang darauf gewartet, dass die Welt untergeht. Sie ging nicht unter.

Je öfter ich selbst entschieden habe, umso weniger Erlaubnis brauchte ich. Je öfter ich selbst entschieden habe, umso freier wurde es.

Und dann ist da diese leise innere Stimme, die sagt: „Du darfst wählen. Du hast immer gedurft.“

Wenn du magst, nimm dir diese Sätze mit: Ich hole all meine Macht zu mir zurück. Ich erlaube mir, mein Leben selbst zu gestalten. Ich bin frei.

Häufige Fragen zur Selbstermächtigung

Ist Selbstermächtigung dasselbe wie Egoismus?

Nein. Egoismus nimmt anderen etwas weg. Selbstermächtigung nimmt nur zurück, was ohnehin dir gehört – und macht dich anderen gegenüber meist verlässlicher, nicht rücksichtsloser.

Was sind Eide, Schwüre und Gelübde?

Alte Versprechen, die ein Mensch irgendwann gegeben hat und die als energetische Information bis heute mitlaufen. Häufig sind es Zusagen wie Gehorsam, Armut oder Schweigen. Sie lassen sich in der Bewusstseinsbereinigung auflösen.

Kann ich meine Selbstermächtigung allein zurückholen?

Ein gutes Stück davon ja, über die kleinen täglichen Entscheidungen. Wo sehr alte Muster darunterliegen, geht es meist schneller mit jemandem, der von außen hinsieht – und diese Begleitung zu wählen ist selbst schon ein Akt der Selbstermächtigung.

Woran merke ich, dass ich meine Macht gerade abgebe?

An Sätzen, die mit „Ich kann nicht, weil …“ anfangen und mit einem anderen Menschen enden. Und daran, dass dein Wohlbefinden davon abhängt, wie jemand anderes sich heute verhält.

Andrea Schmucker
Geschrieben von Andrea SchmuckerAkasha Chronik Lehrerin und Bewusstseinsheilerin