Die meisten von uns mussten schon so eine Situation erleben. Ein nahestehender Mensch, der Partner, die Eltern, vielleicht sogar das eigene Kind oder ein sehr enger Freund, hat das Leben hier auf der Erde beendet. Wahrscheinlich sagen jetzt viele: Es wurde ihm beendet! Er ging doch nicht freiwillig! Ja, das kann sein. Das war es wahrscheinlich auch aus der Sicht des Bewusstseins.

Aber – warum fällt es uns so schwer, den Abschied eines Menschen zu akzeptieren? Warum können wir so schwer loslassen? Oft ist es doch sogar so, dass derjenige krank war, einen langen Leidensweg hinter sich hat, Schmerzen, einfach „dahinvegetiert“ ist oder keinen Lebenswillen mehr hat. Und doch sehen wir nur unseren Schmerz über den Verlust. Der Kopf, ja, der sagt: Es war besser so. Er ist jetzt erlöst. Aber das Herz? Was sagt das Herz? Nein – ich will nicht, dass du gehst. Ich will mein Leben nicht ohne dich leben. Ich brauch dich. Ist es nicht sehr egoistisch von uns, so zu denken? Vielleicht ist es das. Aber es ist okay. Wir dürfen trauern, wir dürfen wütend darüber sein, dass uns dieser Mensch einfach genommen wurde. Gerade wenn der Tod eines Menschen vollkommen unerwartet kam, durch einen Unfall zum Beispiel. Dann wurde uns sogar die Chance genommen, uns auf diese Situation vorzubereiten! Dann kommt die Wut – auf das Schicksal, auf das Leben. Ja, und auch das darf erst mal sein. Der Schmerz darf gefühlt werden, das Unverständnis, die Hilflosigkeit, die Verzweiflung. All das darf sein.

Aber – bei all dem, wenn wir ein kleines bisschen zur Ruhe gekommen sind, sollten wir uns in Erinnerung rufen: Unsere Seele hat sich genau diesen Weg gewählt, genau diese Erfahrung, ja – leider auch genau diesen Verlust. Und keiner von uns muss eine Erfahrung machen, die nicht zum Seelenwachstum und zur Entwicklung beiträgt. Unsere Seelen haben auch diesen für uns so schweren Weg schon vor unserer Geburt hier auf der Erde abgesprochen. Weil es unserem Wachstum dient. Nur im Schmerz vergessen wir dies leider. Wir vergessen, dass es für diesen lieben Menschen ein Übergang ist, eine Reise in eine andere Welt. Eine Reise zurück zur großen Meisterseele, zum vollkommenen EINS-SEIN.
Und für uns sollte es genau dies sein: eine Erinnerung, dass wir alle EINS sind, dass wir niemals getrennt voneinander sind, auch nicht durch den Tod. Dass wir immer Verbindung haben können, wenn wir dies wollen. Und dass wir nie allein sind. Auch nicht, wenn es sich noch so allein anfühlt. Es wäre wundervoll, wenn wir alle eine solche Erfahrung – den Abschied eines Menschen – als eine neue Chance sehen könnten. Eine Chance, die nach all dem Durchleben von Schmerz und Trauer einen ganz neuen Weg finden darf. Eine Chance, die uns wieder ein Stück weiter bringt in unserem Leben. Mit dem einen winzigen, aber doch so großen Unterschied:

Für den Weg, der jetzt kommt, haben wir einen Begleiter an unserer Seite, der uns auf andere Art und Weise führt und unterstützt als früher – als er noch bei uns war – hier auf der Erde.